Priborn 1239-2005

Im Südosten des Landkreises Müritz liegt Priborn. Der Ort ist eine slawische Gründung des Stamms der Obotriten. Der Name leitet sich aus "Die Pryborn" = Mitkämpfer ab.

Die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes erfolgte am 26. Mai 1239 durch Fürst Nikolaus von Werle. Er gab dem Kloster Amelungsborn (bei Braunschweig) die Mühle zu Priborn für Geld, welches der Fürst dem Kloster schuldete, in Erbpacht. Seine Söhne bestimmten 1285 Priborn zum Ort der Landdinge (Gerichtsbarkeit) im Lande Röbel. Am 17. März 1291 brachten die Fürsten von Werle die Priborner Wassermühle wieder an sich. Dafür erhielt das Kloster einen Anteil an der Fischereigerechtigkeit in der Müritz und Eigentum an der Schilder Mühle. 1302 werden dann als Eigentümer der Mühle die Grafen Burchart und Ullrich von Lindow genannt. Die Wassermühle wurde mit Ende des 17. Jhds. nicht mehr erwähnt.

1346 mit der Kirchenweihe von Ludorf gingen Landflächen an die Ludorfer Kirche über. Zur gleichen Zeit überschrieb Fürst Bernhard von Werle seiner Frau Elisabeth Landflächen im Dorf. Nach ihrem Tod Übernahm die Familie Hahn-Damerow das Gut.

Schon vor 1370 erwarben auch die Familien von Knuth und von Marin Eigentum im Ort. Aber die von Knuth blieben die Hauptherren im Dorf.

Ab 1732 ist die Familie von Ferber (zu Melz) Herr auf Priborn. Friedr. August von Ferber erbte 1840 die Güter Melz, Karbow und Priborn von seinem Vater. Die Länderreien wurden dann um 1880 an seine Söhne verteilt. August von Ferber erhält den Fideikommiß auf Melz, Otto von Ferber auf Karbow und Ernst von Ferber auf Priborn. Ernst von Ferber errichtete zwischen 1870/ 1880 mit seiner Frau Vally von Bornstedt das bis heute erhaltene zweigeschossige Gutshaus mit seinen zwei markanten Türmen.
Letzter Besitzer des Gutes mit 1.200 ha war bis zur Bodenreform 1945 Dr. Ing. Horst von Ferber.

1945 hat Priborn 214 Einwohner (davon sind 115 Umsiedler und 30 Flüchtlinge; auf 5 Altsiedler kommen 52 Neusiedler). Bis zum Jahr 1988 steigt die Einwohnerzahl des Ortes auf 604 an.

Nach Gründung der LPG "Fortschritt" am 16. Oktober 1953 entwickelte sich Priborn unter der Leitung von Fritz Dallmann zu einem Vorzeigedorf der ehemaligen DDR-Landwirtschaft. Das Ortsbild erfuhr in dieser Zeit seine wesentliche Prägung.

Mit der Wende 1990 und der Auflösung der LPG Priborn stand der Ort vor der schwierigen Aufgabe, den erfolgten Strukturbruch, der mit einem erheblichen Verlust mit Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft einherging, zu verkraften. Heute ist Priborn mit seinen 412 Einwohnern auf dem Wege zu einer Wohngemeinschaft mit moderner Landwirtschaft, der Ansiedlung kleiner mittelständiger Unternehmen sowie der Hinwendung zur Entwicklung touristischer Infrastruktur.

Fideikommiß: unveräußerliches Vermögen, das nach der Verfügung des Stifters sich immer in der Familie forterben soll und nicht verkauft werden darf.

Quellen:
E.L. Evers, M. Achtenhagen und G. Meßner: Gutsdörfer im Müritzkreis, Verein historisches Gutsensemble Ludorf e.V.
Priborner Blätter: Geschichte und Geschichten - 750 Jahre 26.Mai 1239-1989, 1989
Information für Gäste und Bürger - Amt Rechlin, 2000

typische Bebauung
typische Bebauung

Dorfkirche
Dorfkirche

Strand
dorfeigener Strand am Müritzarm

Gutshaus
Gutshaus
Die Diplomarbeit ist aus dem Jahr 2005. Das Objekt wurde im Frühjahr 2009 verkauft.
Bitte sehen Sie von telefonischen Rückfragen bei mir oder im Amt Roebel ab.
Ich übernehme keinerlei Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben.